Südschwarzwald

Gewässer im Naturpark Südschwarzwald

Den Schwarzwald charakterisieren zwar seine Berge, Weiden und Bäume, aber auch Seen, Bäche, Moorweiher und Wasserfälle geben der Region ihre Besonderheit, man denke an den ausnehmend natürlichen Feldsee, die Wutach- und Gauchachschlucht sowie an den Schluchsee, der malerisch in die Umgebung eingebettet ist. Kühl und klar ist das Wasser im Schwarzwald, womit ein Grundbedürfnis des Menschen angesprochen wird, nämlich das nach frischer, unverbrauchter Natur.

Foto: HM Photography
Der Feldsee

Insbesondere der südliche Schwarzwald ist reich an Wasser, weist nicht nur ein paar große Seen auf, sondern zahlreiche Bäche, Flüsse und Stillgewässer, Kare und Moore. Über die Besonderheiten und Gefährdungen dieser sensiblen Lebensräume informiert die Broschüre „Gewässer – Gesichter und Lebensadern der Landschaft“, herausgegeben vom Naturpark Südschwarzwald; sie zeigt, welche Pflanzen und Tiere dort leben, wie sich Gewässer im Lauf der Jahreszeiten verändern und was ihre Entstehung mit den Eiszeiten im Schwarzwald zu tun hat. Gut verständlich, mit Fakten und Bildern, werden einem bei der Lektüre die Gefährdungen dieser Lebensräume deutlich. In jedem Gewässer spielen sich komplizierte biologische und stoffliche Prozesse ab, die auf ihre Umgebung ausgleichend wirken, Seen z.B. speichern Wärme im Sommer, die dann im Winter wieder abgegeben wird.
Gewässer sind eben nicht nur schön anzusehen und ein Labsal für den Menschen, sondern sie erfüllen – als naturnahe Lebens- und Rückzugsräume in der Kulturlandschaft – wichtige ökologische Aufgaben und sind als landschaftliche Lebensadern von allergrößter Bedeutung. Deshalb gibt es EG-Wasserrahmenrichtlinien, die verlangen, dass Gewässer in einem guten ökologischen Zustand erhalten werden oder dieser angestrebt und zurückgewonnen wird. Mit unterschiedlichen Maßnahmen wird deshalb stetig versucht, die heimische Artenvielfalt zu erhalten und gezielt Gewässerrenaturierung betrieben, um Defizite zu korrigieren, die durch problematische Maßnahmen wie fixe Gewässerbetten, künstlich geformte Querschnitte, Begradigung von Fließgewässern entstanden sind und vielen Flussbewohnern die Lebensgrundlage entziehen. Flüssen und Auen soll möglichst ihre natürliche Eigendynamik zurückgegeben werden, damit sie weiterhin Algen, Wasserflöhe und Rädertierchen, Krebse, Schnecken und Fliegen, Fische, Bakterien und Wasserpflanzen beherbergen können, die sich voneinander ernähren. Lebensräume sind diese mitunter auch für Wasseramseln und – seltener – für den Eisvogel. Seit einiger Zeit wandern zudem immer mehr Biber in Schwarzwaldgewässer ein. Die Donau, der zweitgrößte europäische Fluss hat ihre Quellbereiche im Gebiet des Südschwarzwalds; viele Schwarzwaldflüsse entwässern zudem in den Rhein, Wutach, Hauensteiner Alb und Murg, Wehra, Wiese, Kander, Möhlin, Elz, Dreisam, Glotter, Neckar. Wasser wird in der Region vielfältig durch den Menschen genutzt, für Fischerei, Mühlen, Gewerbekanäle, Flößerei, Textilindustrie und Energieerzeugung.
Beim Wandern auf Gewässer zu stoßen, ist immer ein erquickendes Vergnügen. Einige der schönsten Wasserwander-ungen, von der einfachen Halbtageswanderung bis zur anspruchsvollen Tagestour, werden in der Broschüre ebenfalls aufgezeigt, etwa zum Plattensee und zu den Zweribachwasserfällen, zum Feldsee, ins Bärental sowie zum Schlüchtsee. Die empfohlenen Wanderkarten sind im Buchhandel erhältlich oder unter: www.schwarzwaldverein.de.
Gewässer – Gesichter und Lebensadern der Landschaft. Naturpark Südschwarzwald (Hg.). 2019. Erhältlich über die Geschäftsstelle oder zum Download: www.naturpark-suedschwarzwald.de

Bildquellen

  • Der Feldsee: HM Photography
  • Wasseramsel: Bernd Tanneberger