Die Deutsche Uhrenstraße und ihre Highlights Zusammenspiel von Modernität und Tradition

Das Uhrenhandwerk ist eine ganz eigene Wissenschaft. Auch im Schwarzwald blickt man auf eine lange Tradition der Uhrmacherei, die Schwarzwälder Kuckucksuhr erlangte weltweite Bekanntheit. Ihr eigentümliches Gehäuse, das einem sogenannten Bahnhäusle mit dessen typischen Schrägdach nachempfunden ist, ist wohl eines der auffälligsten Merkmale. Zumindest rein äußerlich betrachtet. Denn schlägt zumeist die volle Stunde, so öffnet sich im Dach ein kleines Türchen, aus dessen Pforte ein Kuckuck kommt und mit seinem Ruf die neue Stunde begrüßt.

Werkstatt der Uhrenfabrik Hubert Herr: Ein Ziffernblatt in Arbeit. ©Uhrenfabrik Hubert Herr

Die tatsächlichen Ursprünge der Kuckucksuhr sind nicht gänzlich bekannt. Fakt ist aber, dass bereits 1619 der Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen eine Uhr mit Kuckucksruf erworben hat. Im Schwarzwald selbst wurde das Handwerk der Kuckucksuhren ungefähr in der Mitte des 18. Jahrhunderts aufgenommen. Streng genommen ist die Kuckucksuhr also gar keine Schwarzwälder Erfindung, jedoch blickt das allgemeine Uhrenhandwerk im Schwarzwald auf eine weitaus längere Tradition als die Kuckucksuhr selbst.

Um dieser Tradition des Schwarzwaldes auf den Grund zu gehen, bietet die Deutsche Uhrenstraße einen Weg voller geschichtlicher Highlights. Auf der Strecke liegen verschiedene Museen, Uhrenfabriken, traditionelle Uhrenmacherwerkstätten und Ateliers von Schildermalern, die den Besuchern informative Einblicke in ihre Arbeit gewähren.

Wer sich Zeit auf der Deutschen Uhrenstraße nimmt, bekommt Einblicke in ein traditionelles Handwerk und kann zugleich das Zusammenspiel von Modernität und Tradition im Schwarzwald erleben.
Dieses Zusammenspiel zeigt auch die Ausstellung „Tick Tack Trick“ vom 13. April bis 3. November im Deutschen Uhrenmuseum Furtwangen. Denn neben dem herkömmlichen Kuckuck verbergen so manche Uhren aus dem Schwarzwald noch einen kleinen Trick. Uhren, in denen ein Hütchenspieler sein Verwirrspiel zeigt, in manchen gehen Spaziergänger auf und ab und in anderen saust ein Schwert hinab. Faszinierende Uhren, die die ganze Familie zum Staunen bringen.

Ein weiteres Highlight der Deutschen Uhrenstraße ist das im Herbst 2018 neu eröffnete Junghans Terrassenbau Museum in Schramberg. Allein das Gebäude, das zwischen 1916-1918 erbaut wurde, atmet Geschichte und lädt auf eine spannende Zeitreise durch die Geschichte der Uhrenfertigung vom 18. Jahrhundert bis heute ein. Hierbei zeigt das Museum in seiner Sammlung ausgesuchte Stücke der Firma Junghans und verschiedener Schwarzwalduhren und zeigt auf, dass gerade ein traditionsbeladenes Handwerk wie das der Uhrmacher alles andere als altbacken oder langweilig ist.

Elisabeth Jockers