Fürstenbergische Sammlung

Sammelleidenschaft einer Fürstenfamilie

Sehenswertes gibt es in Donaueschingen, der Residenzstadt der Fürstenberger, genug: das fürstliche Schloss mit seinen prächtigen Empfangs- und Repräsentationsräumen, die Donauquelle oder den stimmungsvollen Schlosspark. Das absolute Muss jedoch sind die Fürstlichen Sammlungen am Karlsplatz. Auf 2.500 qm ist hier alles ausgestellt, was die fürstliche Familie im Laufe der Geschichte zusammengetragen hat, vom 200 Millionen Jahre alten Saurierknochen bis hin zum modernen Kunstwerk. Vor allem die naturkundlichen Sammlungen sind sehenswert. Sie belegen das wachsende Interesse des 18. und 19. Jahrhunderts an der Natur und ihrer Beschaffenheit. Es war die Zeit, in der auch Goethe im Urlaub auf seinen Spaziergängen stets ein Hämmerchen mitführte, um sich Gesteinsproben zu verschaffen. Man wollte endlich mehr erfahren über die Beschaffenheit der Erde und der Natur in ihrer ganzen Vielfalt. Ausgestopfte Tiere aus aller Herren Länder: Bären, Tiger und Gürteltiere, Paradiesvögel und Adler, in Spiritus eingelegte Reptilien, Knochen von Mammuts und Sauriern, lassen den Rundgang für jedermann zum Erlebnis werden.

Im 2. Obergeschoss wird die Geschichte und Kultur des Fürstenhauses zum Thema. Uniformen, Miniaturen und Photos, Kelche und Pokale aus Gold und Elfenbein zeigen den Glanz vergangener Zeiten. Wer aber würde Objekte aus dem persönlichen Besitz Kaiser Napoleons in den Sammlungen vermuten. Napoleon fegte 1806 das Heilige Römische Reich Deutscher Nation von der europäischen Landkarte. Die Fürstenberger verloren dabei ihre angestammte Stellung als Reichsfürsten. Sie haben seither so manches Erinnerungsstück an den Erzfeind Napoleon gesammelt, darunter auch ein Reise-Urinal aus Porzellan und einen silbernen Essteller.

Die jüngste Errungenschaft der Sammlungen ist die Abteilung „Fürstenberg Zeitgenössisch“. Sie wurde 2011 von dem Erbprinzenpaar Christian und Jeannette zu Fürstenberg gegründet. Als eigenständiges Projekt, das sich aus einem Stipendiatenprogramm und dem Aufbau einer kleinen Sammlung zusammensetzt, soll „Fürstenberg Zeitgenössisch“ Künstler der neuen Generation fördern. Mit der Ausstellung dieser Werke wird der Versuch unternommen, neue, gesellschaftliche Strömungen zu reflektieren und zu dokumentieren.

Sammelleidenschaft einer Fürstenfamilie
Öffnungszeiten
April bis November
Dienstag bis Samstag von 10-13 und 14-17 Uhr
Sonn- und Feiertage von 10-17 Uhr

Fürstlich Fürstenbergische Sammlungen
Am Karlsplatz 7
78166 Donaueschingen
Tel. 0771/229677563
Fax: 0771/229677569
E-Mail: a.wilts@fuerstenberg-gv.de

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