Badenweiler – Ein „raffiniert humaner“ Ort

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Milde Winter und warme Sommer mit lauen Nächten charakterisieren das Klima Badenweilers, dessen therapeutische Eigenschaften oft gerühmt wurden: „Du ahnst nicht, was das hier für eine Sonne ist, sie brennt nicht, sie liebkost“, schrieb Anton Tschechow 1904 an seine Schwester. Badenweiler kann günstige Klimafaktoren mit der Heilkraft von Thermalquellen verbinden, wodurch sich im Lauf der Zeit ein Bewusstsein für Gesundheitsfragen und Wohlbefinden herausgebildet hat. Viele Personen der Kultur- und Zeitgeschichte kamen zur Kur nach Badenweiler oder wohnten zeitweise dort, etwa die Schriftsteller René Schickele, Annette Kolb, Hermann Hesse und Stephen Crane sowie die Maler Emil Bizer und Oskar Schlemmer. Dieser illustren Gesellschaft sind im literarischen Museum „Tschechow-Salon“ kleine Abteilungen gewidmet. Die Einrichtung erinnert insbesondere an den Dramatiker Anton Tschechow (1860-1904), der nach Badenweiler kam, um eine Lungentuberkulose zu kurieren, aber nach wenigen Monaten starb.

Tschechow-Statue in Badenweiler

Den 150. Geburtstag „seines“ Schriftstellers feiert Badenweiler seit Ende Januar 2010 mit einzelnen Veranstaltungen. Eine ganze Tschechow-Woche mit Lesungen und Theateraufführungen folgt dann im Juli (10.-18.7.). Über weitere Veranstaltungshighlights im Jahr 2010, etwa Internationaler Gutedel-Cup (22.4.), Mediterrana (10.-11.7.), Open-Air Konzerte, Eröffnung des Römerwegs (5.9.), „Baden-Württemberg liest“ (16.-17.10.), unterrichtet eine Website (www.badenweiler.de), die zudem Grundlageninformation bereit hält.

Zweitausend Jahre Geschichte
Ein Wahrzeichen Badenweilers ist die Burg Baden. Seit 1122 diente sie den Herzögen von Zähringen zum Schutze des Silberbergbaus. Heutzutage wird die Ruine im Sommer zum Veranstaltungsort für Freiluftkonzerte.

2009 erinnerte Badenweiler mit Jubiläumsveranstaltungen an die Entdeckung der Römischen Badruine vor 225 Jahren (1784); Historikern gilt sie neben den Thermen in Rom als bedeutendste Badeanlage der Antike. „Aquae Villae“ nannten die Römer den Ort Badenweiler, an dem sie vor 2000 Jahren Thermalquellen fanden. An deren Stelle bauten sie eindrucksvolle Anlagen, das Badehaus; vom 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr. bildete es den Kern einer römischen Siedlung. Die damalige Nutzung von Thermalquellen legte den Grundstein für den Bäderbetrieb, der das heutige Badenweiler prägt. Über den archäologischen Funden ließ bereits Markgraf Karl Friedrich ein Dach errichten, seit 2001 schützt eine gläserne Kuppel-
konstruktion die antiken Überreste.

Heilende Wasser
Direkt nebenan wird in der Cassiopeia Therme die Tradition des Heilbadens fortgeführt und weiterentwickelt. Hier – sowie in zahlreichen anderen Kureinrichtungen und Gästehäusern – stehen für Leib und Seele Regenerations- und Verwöhnprogramme bereit: Eine mehrstöckige Saunalandschaft, Abkühlbalkone und Duschgalerien, ein römisch-irisches Dampfbad und eine weitläufige Wellness-Oase. Hier kann man sich rundum in Eigenregie verlustieren oder mit Anwendungen, Massagen und Medizin versorgen lassen. Als Besonderheit steht ein Thermal-Nacktschwimmbecken mit Whirlpool und Sprudelliegen zur Verfügung, das Entspannungs-Effekte zu unterstützen vermag; zudem können Sand-Lichtbäder trübe Stimmungen vertreiben.

Kurpark, Gärten, Heilkräuter
Die inspirierende Therme befindet sich neben Badenweilers Kurpark im Zentrum des Ortes. Aufgrund des ganzjährig temperierten Klimas mit südländischer Wirkung wachsen hier Bananen und Feigen neben beeindruckenden Mammutbäumen, asiatischen Ziersträuchern und Oleandern. In mediterraner Atmosphäre gedeihen exotische und heimische Pflanzen. Die Kurparkgärtnerei stellt jährlich ab Juni eine artenreiche Sammlung von Kakteen aus Afrika und Amerika aus. Im Lauf der Zeit gelangten durch weltweite Studienreisen verschiedener Gartendirektoren Samen seltener Pflanzen in den Park, etwa von Libanonzedern und chilenischen Araukarien.

In Badenweiler existiert auch ein Heil-Kräutergarten, der nach den Schriften und Rezepturen der Äbtissin Hildegard von Bingen (12. Jahrhundert) angelegt wurde. Das Kleinod liegt im Bereich der so genannten „Kaffeemühle“, einem Rundgang unterhalb der Burg.

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